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IG WesttangentePlus Medienmitteilung vom 28.11.2003 Griffige Flankierende Massnahmen statt neuer Autotunnel!
Weitere Informationen bei: |
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Das Fest ist
längst vorbei - und wieder rollen täglich 70'000 Fahrzeuge mitten durch die Wohnquartiere. |
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| Es braucht mehr als das Fest-Versprechen von Frau Stadträtin Maurer "die Reduktion auf zwei Spuren" zu prüfen. | ||
| Es braucht auch Ihr Engagement um ein wesentliches Stück Lebensqualität zurückzuerobern. Melden Sie sich noch heute bei | ||
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IG Westtangente Plus, Postfach 569, 8037
Zürich für weitere Infos siehe auch |
GZ Buchegg, Bucheggstr. 93, 8057 Zürich siehe auch "Fussgängerfreundlicher Zugang zum Bucheggplatz" |
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| Das AVS (Aktionskomitee
für vernünftige Strassenplanung) kämpft u.a. für
begleitende Massnahmen an der Bucheggstrasse im Hinblick auf die Eröffnung
der vollständigen West- / Nord - Umfahrung von Zürich. So haben wir
auch zusammen mit dem Einwohnerverein an der Mahnwache vom 3.11. teilgenommmen
und einen Flyer verteilt. Website: www.guj.ch/avs |
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Von Richard Wolff, Dr. sc. nat., INURA Zürich Institut www.inura.ch
Anlässlich der Festtangente vom 6. September 2003 entstand der folgende Rückblick auf die Leidensgeschichte rund um das Westtangenten-Provisorium. Drei Aspekte stehen im Zentrum der Betrachtungen: Die unglaubliche Länge dieses Autobahn-Dramas, die fast unüberblickbare Vielfalt der Interventionen auf allen Ebenen und die Zahl der gebrochenen Versprechen, bewussten Irreführungen, Verheimlichungen und Lügen, die sich durch diese Auseinandersetzung zieht.
Der Anfang der Geschichte reicht zurück in die Zeit des 1.
Weltkriegs. Schon 1916 war die Westtangente in den Plänen der Stadt als
Stadtkernumfahrung vorgesehen und wurde mit den entsprechenden Baulinien
versehen. Bis zum grossen Aufschwung nach dem 1. Weltkrieg blieb es allerdings
ruhig um diese Absichten. Aber schon Ende der 20er Jahre ging es vorwärts.
Die Westtangente und der Ausbau der Rosengartenstrasse sind also keineswegs
Sünden der 60er und 70er Jahre, sondern fanden bereits im sogenannten
Roten Zürich statt, als die Sozialdemokratie in Stadt- und Gemeinderat die
Mehrheit bildete und mit Emil Klöti den Stadtpräsidenten stellte.
Diese Zeit war geprägt durch einen grossen Modernisierungsschub,
ungebrochenen Forschrittsglauben und weitestgehende Kritiklosigkeit
gegenüber grossen Verkehrsprojekten und Stadtplanungen.
Zwar gab es 1930 in der ganzen Stadt Zürich erst
8'000 Automobile, aber trotzdem wurde schon damals der Weg fürs Auto
freigemacht. Eine kleine rechtliche Neuerung mag dessen Bedeutungsgewinn
veranschaulichen: 1932 wurden mit dem ersten 'Bundesgesetz über den
Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr' die FussgängerInnen definitiv auf die
Gehsteige verbannt, indem verfügt wurde: "Der Fussgänger hat die
Trottoirs oder Fussgängerstreifen zu benützen und die Strasse
vorsichtig zu überschreiten".
Die Rosengartenstrasse führte
damals als verwinkeltes Strässchen durch den Dorfkern von Wipkingen den
Berg hinauf. Wipkingen hatte durchaus noch ländlichen Charakter. Gegen
Süden bestand über die Wipkingerbrücke hinweg ein Anschluss an
die Hardstrasse. Erst seit 1929 bestand Richtung Norden über die
Bucheggstrasse eine Verbindung zum Bucheggplatz, womit die Rosengartenstrasse
eine Durchgangsroute wurde.
Die Rosengartenstrasse galt aber als besonders
gefährlich: "In die gestreckten Züge der Buchegg- und Hardstrasse
greifen die starken Krümmungen der untern Rosengartenstrasse störend
ein", schrieb der Stadtrat 1931 und forderte die "Korrektur der Baulinien im
Sinne einer flüssigeren Führung". Beabsichtigt war, die
Rosengartenstrasse als neue Durchgangs-, Umfahrungs- oder Ringstrasse zu
benützen. Ihr Zweck wird im Geschäftsbericht des Stadtrates von 1930
folgendermassen beschrieben: "Er besteht einmal darin, den Verkehr aus den
Richtungen Schaffhausen und Winterthur nach dem linken Seeufer und dem Sihltal
über die Hardbrücke und die Sihlfeldstrasse um den Stadtkern herum zu
leiten, und zum andern darin, eine direkte und bequeme Verbindung zwischen dem
Limmattal und Glattal herzustellen, ohne dass die stark belasteten
Verkehrsplätze der inneren Stadt berührt werden müssen." Auch
die Breite der Schneise mit 20 Metern Abstand zwischen den Häusern
entsprach bereits der heutigen, nur war die Fahrbahn damals drei- und nicht
vierspurig. Der Bau der Strasse erforderte den Abbruch von zehn alten
Häusern, von denen einzelne aus dem 17. Jahrhundert stammten.
Diskussionslos stimmte der Gemeinderat diesem Projekt am 15. Dezember 1933
zu.
'Licht, und Luft und Sonne' lautete das Motto der Zeit,
mit der nicht nur neue Verkehrswege in die alten Bebauungen geschlagen wurden,
sondern vor allem auch alte unhygienische Wohnverhältnisse beseitigt
werden sollten. Nach der Begradigung, dem Abriss der 10 Häuser und der
Verbreiterung der Rosengartenstrasse verkündete die Sozialdemokratische
Partei in einer Wahlbroschüre in Bezug auf die Rosengartenstrasse: "Hier
hat die Stadt Ordnung geschafft" und bezeichnete die neue Strasse als
"Kaiserschnitt des Bebauungsplanbüros: Die neue Rosengartenstrasse nach
der Umgestaltung, saubere Verkehrsordnung". Dieser schwere Eingriff in das
Quartier Wipkingen erfolgte gleichzeitig mit der zweiten Eingemeindung, die
Zürich vollends als schweizerische Grossstadt etablierte.
1955 erstellte die Stadt zwei sogenannte 'Generalverkehrspläne'.
Diese forderten neben der "Verlegung des Tramnetzes unter den Boden (...) den
grosszügigen Ausbau des bestehenden Strassennetzes und die Erstellung
neuer Durchgangsstrassen". Parallel dazu erfolgte auf nationaler Ebene die
Planung des schweizerischen Autobahnnetzes. Die beiden Planungen passten gut
zusammen. Vor allem weil die Stadt so ihre Verkehrsprobleme mithilfe der vom
Bund finanzierten Autobahnen zu lösen hoffte.
1962 genehmigte der Bundesrat das 'Generelle Projekt' des
sogenannten Ypsilons. Das 'Y' bedeutet die Verknüpfung von drei Autobahnen
in der Mitte von Zürich: Von Winterthur/St.Gallen über Schwamendingen
durch den Milchbucktunnel bis an den Platzspitz beim Hauptbahnhof; von Chur
über Wollishofen und die Sihlhochstrasse auch zum Hauptbahnhof und dem
Platzspitz; und von Bern / Basel entlang der Limmat und durch den Kreis 5 an
den Sihlquai bis zum Hauptbahnhof.
Weil sich die Umsetzung dieser
Pläne aber schon in den 60er Jahren als teuer und kompliziert erwies, vor
allem aber auch weil die Bevölkerung nicht mehr gar so
fortschrittsgläubig und dem Verkehr gegenüber naiv war wie in den
dreissiger Jahren und deshalb Widerstand leistete, wurde als "Notmassnahme und
Provisorium bis zur Fertigstellung des Ypsilons" die Rosengartenstrasse
anstelle des Ypsilons in Betrieb genommen. Finanziell war die Realisierung nur
möglich, weil 40 Millionen Franken aus Nationalstrassengeldern für
das Projekt beschafft werden konnten. Die Rosengartenstrasse konnte einfach
verbreitert werden, da sie ja schon in den dreissiger Jahren als
Umfahrungsstrasse mit weiten Baulinienabständen gebaut worden war.
Was
vom 'provisorischen' Charakter der Westtangente zu halten war, erläuterte
Stadtplaner Hans Marti aber schon damals: "Die Westtangente ist so projektiert,
dass sie auch nach der Eröffnung des Ypsilons ihre Funktion behalten
kann". Beunruhigten Quartierbewohnern und Quartierbewohnerinnen gegenüber
versprach er 1965 vor der Abstimmung jedoch das Gegenteil. Von vielen
Zürcherinnen und Zürchern wurde die Westtangente in den sechziger
Jahren denn auch als Retterin aus lange anhaltender Verkehrsnot und als eine
'Lösung mit Hand und Fuss' begrüsst.
Von 1965 an wurde die
Westtangente Stück für Stück zur Abstimmung gebracht, ein
Paradebeispiel für Salamitaktik und Sachzwangpolitik. 1965 gab es ein
überwältigendes Ja zum Bau einer doppelstöckigen
Wipkingerbrücke und der Überdeckung samt Ausbau des Escher Wyss
Platzes. Im Gemeinderat passierte dieses wichtige Teilstück mit 93:0
Stimmen, in der Volksabstimmung im gleichen Jahr sprachen sich 77 Prozent der
Stimmenden dafür aus (auch in Wipkingen!). 1968 folgte das Ja zum Ausbau
von Bucheggplatz, Buchegg- und Rosengartenstrasse. In der Abstimmungsvorlage
vom 8.12.1968 wurde versprochen: "Das Projekt wird (...) mit
verhältnismässig geringen Eingriffen in die bestehende Bebauung
sowohl für den öffentlichen und individuellen Verkehr, als auch
für den Fussgänger die grösstmögliche Verbesserung
bringen". 1970 wurde schliesslich die neue Hardbrücke mit 72% Ja-Stimmen
angenommen.
Erst 1972, nach der Teil-Eröffnung der Westtangente und
nachdem die Bevölkerung begriff, in welches Schlamassel man sie
hineingeführt hatte, änderte sich die Stimmung. Die nächste
Etappe der Westtangente, der Ausbau des Hardplatzes, wurde deshalb mit 59% Nein
klar abgelehnt. Nach einigen Verzögerungen konnte die ganze Westtangente
1982 trotzdem in Betrieb genommen werden. Erinnern wir uns an dieser Stelle
noch einmal: Die Westtangente galt immer noch als Provisorium bis zur
Vollendung des Ypsilons, welches wiederum die Autobahnen in der Stadtmitte
miteinander verknüpfen sollte.
Aber schon 1971 wurde der Autobahnring
um Zürich und damit auch die Nordumfahrung in das Nationalstrassennetz
aufgenommen. Das Y wurde dadurch als Verbindung der Autobahnen N1 und N3 zwar
überflüssig - und damit ja auch die Westtangente als dessen
Provisorium. Das Ypsilon wurde aber trotzdem nicht aus dem Nationalstrassennetz
gestrichen.
1974 kam es dann zur wohl wichtigsten und schicksalhaften
Abstimmung über die Zürcher Stadtautobahnen, die Standesinitiative,
in der verlangt wurde, der Kanton Zürich solle sich in Bern für den
Verzicht auf das Ypsilon und - als Kompensation - für den raschen Bau
einer Autobahnumfahrung einsetzen. Dazu musste man aber Ja stimmen, Ja für
den Verzicht auf das Ypsilon. Die Stadt stimmte gegen das Ypsilon. Jedoch
überstimmte der Kanton die Stadt.
Die nachträgliche Untersuchung
über das Abstimmungsverhalten der Bevölkerung ergab aber, dass in der
Stadt 19%, im Kanton sogar 33% der Stimmenden falsch, also gegen ihren Willen
stimmten. Sie hatten die Frage falsch verstanden. Sie hatten Nein gestimmt
gegen die Initative für den Verzicht. Statt ja für den Verzicht gegen
das Ypsilon. Insgesamt wäre eine klare Mehrheit gegen das Ypsilon gewesen,
auch im Kanton. Und somit wäre das Ypsilon und mit ihm die Westtangente
fast an das 'Ende der Geschichte' gelangt. Sind sie aber nicht. Weil die
Abstimmung falsch verstanden wurde und darum nicht schon 1974 ein Schlussstrich
unter die unselige Stadtautobahn-Planung gezogen wurde, müssen wir uns
heute noch damit herumschlagen.
Schon vor der Abstimmung von 1974 gab es Gruppierungen, die sich gegen
die Westtangente aussprachen.
Die ersten negativen Stimmen vernahm man (am
25.11.1968) im Quartierblatt 'Käferberg', in dem die Zweiteilung des
Quartiers beklagt wurde. Schon damals wurde die Hoffnung geäussert, "dass
in nicht allzu ferner Zeit die Westtangente durch Umfahrungsstrassen wieder
etwas entlastet wird".
1971 sammelte die 'Arbeitsgemeinschaft Umwelt AGU',
eine Gruppe von StudentInnen und NaturwissenschafterInnen, 45'000
Unterschriften für eine Petition an die eidgenössischen Räte und
den Bundesrat, die verlangte, dass der gesamte Autobahnring ins
Nationalstrassennetz aufzunehmen und das Y dagegen zu streichen sei.
Seit
1972 trat auch die 'Gemeinnützige Gesellschaft Wipkingen GGW', heute
'Quartierverein Wipkingen', kritisch bis ablehnend gegen die Westtangente auf,
nachdem sie anfangs noch dafür gewesen war, und schrieb: "Aufgebracht
müssen die Anwohner und die gesamte Bevölkerung von Wipkingen
feststellen, dass das, was den Anstössern und dem Quartier zugemutet
werden, den Bogen des Tragbaren eindeutig überspanne (...). Wipkingen ist
in einem breiten Ausschnitt nicht mehr als Lebensraum benützbar".
Ebenfalls 1972 bildete die SP die 'Arbeitsgruppe Westtangente', die sich
gegen die 'Pesttangente' wehrte. 1973 schlossen sich Parteien, Kirchen und
Einzelpersonen zur 'Aktion pro Wipkingen' zusammen. Sie forderte "Messungen der
Lärm-, Abgas- und Staubimmissionen, Radarkontrollen, Bau von vergessenen
Unterführungen, Ersatz für das verloren gegangene Quartierzentrum am
Wipkingerplatz, Mitsprache der Bevölkerung. Lärmmessungen wurden zwar
durchgeführt, die Resultate aber nie veröffentlicht, da
'Fehlinterpretationen' befürchtet wurden".
Ab 1974 trat die radikalere 'Quartiergruppe Westtangente' "gegen die
Zerstörung von Wipkingen" auf. Sie führte Vollversammlungen und
Demonstrationen durch und organisierte noch im gleichen Jahr die erste
Kundgebung auf der Rosengartenstrasse. Während einer Stunde gehörte
die verkehrsreichste Stadtautobahn der Schweiz der Quartierbevölkerung!
Die 'Quartiergruppe Westtangente' forderte die Beschränkung der
Westtangente auf zwei Spuren, Einschränkung des Lastwagenverkehrs sowie
offizielle und umfassende Information über die Lärm- und
Abgasmessungen des Gesundheitsamtes. Anlässlich einer Kundgebung vor dem
Rathaus wurden diese Forderungen am 26. Juni 1974 dem Stadtrat übergeben.
Einer weiteren Kundgebung in Wipkingen folgte das
'Trotz-de-Westtangente-Fäscht'. Während zwei Jahren gab die
'Quartiergruppe Westtangente' ausserdem die Zeitung 'Die Westtangente' heraus.
Ab 1975/76 verlagerte sich der Widerstand schliesslich aus Wipkingen zum
Milchbucktunnel, wo die 'Gewaltfreie Aktion Milchbuck' (GAM) 1976 aktiv wurde.
In den folgenden Jahren erfolgte die Auseinandersetzung mit dem lebendig
gewordenen Monster Westtangente vorwiegend auf der planerischen Ebene. Zwischen
1977 und 1985 wurde eine lange Reihe von Studien und Projekten in Auftrag
gegeben, entwickelt, gezeichnet und diskutiert. Es ist an dieser Stelle nicht
möglich auf alle einzugehen. Vorgeschlagen wurden alle nur denkbaren
Varianten, unter anderem Ideen für die Ummantelung, eine Glasröhre,
die Tieflegung, Untertunnelung und/oder Überbauung der Rosengartenstrasse
sowie verschiedenste Absenkungs- und Überdeckungskonzepte mit oder ohne
Rückbauvorschläge.
1985 lancierte der Verkehrsclub der Schweiz VCS, unterstützt vom
Quartierverein Wipkingen im Hinblick auf die Eröffnung des
Milchbucktunnels eine Doppelinitiative mit dem Ziel, die Westtangente auf zwei
Spuren zu reduzieren. (Die Initiativen wurden 1988 vom Volk abgelehnt.)
1985 trat der 'Kur- und Verkehrsverein Wipkingen' mit einem
Protestspaziergang zum Milchbucksüdportal an die Öffentlichkeit. 1986
veranstaltete er eine Demonstration auf der Rosengartenstrasse und verlangte
mit der Petition 'Westtangente muss abspecken' Sofortmassnahmen, wie die
Reduktion auf zwei Spuren und durchgehende Busspuren. Mit weiteren Aktionen und
der Zeitung 'Tangentenbrecher' schuf der 'Kur- und Verkehrsverein Wipkingen'
wichtige Gegenöffentlichkeit.
1987 reichte der Quartierverein eine
'Resolution über die Entlastung der Westtangente vom Durchgangsverkehr'
beim Stadtrat ein.
1988 bildete sich das 'Rosengartenforum' aus
Quartierverein, Parteien und Organisationen des Quartiers. Es forderte die
raschestmögliche Tieferlegung der Westtangente (was auch durch die
Einzelinitiative Gassmann und mit dem Postulat Kilias im Kantonsrat 1989
unterstützt wurde) und den Rückbau des bestehenden oberirdischen
Strassenzuges.
Die weniger weit zurückliegende und deshalb nur
summarisch aufgeführte Geschichte der 90er Jahre ist gekennzeichnet durch
eine fast unüberschaubare Fülle von Foren, Studien, Untersuchungen,
Resolutionen, Petitionen, Begrünungsaktionen, Begehungen,
Informationsabenden, Orientierungsversammlungen, Aktionstagen,
Zukunftsworkshops, Panels, Plakataktionen, Forderungen, Massnahmenkatalogen
usw. Höhepunkt dieser zweiten Welle des organisierten Widerstands gegen
die Quartierzerstörung durch die Stadtautobahn war 1997 das Fest '25
Stunden Ruhe auf der Westtangente' mit der Veröffentlichung des '25-Punkte
Massnahmenkatalogs' des VCS.
Auch das diesjährige '31. Jubiläum'
begehen die Bevölkerung und die AnwohnerInnen unter anderem im Gedenken an
den unzähmbaren Widerstand gegen die schändlichste aller
Stadtautobahnen. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben sich dutzende von
Gruppierungen mit hunderten von Leuten in tausenden von Stunden mit der
Westtangente auseinandergesetzt. Anderseits wurden Millionen von Franken
für Studien, Scheinlösungen, Ablenkungsmanöver und andere
Beschwichtigungsversuche ausgegeben. Und immer wieder wurden Versprechen
für die Verbesserung der Situation gemacht. Es sei abschliessend nur noch
einmal kurz an die wichtigsten erinnert:
Alle Versprechen wurden gebrochen. Alles was der
betroffenen Bevölkerung heute geboten wird sind mehr oder weniger
lächerliche Sofortmassnahmen, wie die (zweifellos nötige) Sanierung
von Fussgängerunterführungen und die Installation weiterer
Radarkästen.
Alles in allem scheint der Widerstand heute gleich weit
zu sein wie 1974. Reicher nur an Erfahrungen und Enttäuschungen. Trotzdem
ist es wichtig weiter zu machen und auch Feste zu feiern. Nur so besteht die
Chance, dass vielleicht schon bald einmal eine Besserung eintritt. Die
nächste Chance, die sich bietet, kommt mit der Eröffnung des
Üetlibergtunnels ca. 2008 schon bald. Es bleibt zu hoffen, dass diese
Chance endlich genutzt wird.
Vor Jahren schon hat der damalige
Regierungsrat Hans Hoffmann versprochen, dass nach Eröffnung des
Üetlibergtunnels auf der Westtangente eine Spurreduktion und eine
Abklassierung vorgenommen werden. Seine Nachfolgerin Dorothee Fierz will davon
allerdings bereits nichts mehr wissen, sagte sie doch unlängst an einem
Podiumsgepräch im Kirchgemeindehaus Wipkingen, dass sie sich nicht an die
Versprechen ihres Vorgängers gebunden fühle. Warum eigentlich nicht?
Der Artikel baut v.a. auf den ausführlichen Arbeiten von Christine Kölble, Jean-Daniel Blanc und Erich Zeller auf, aus denen auch die meisten der verwendeten Zitate stammen.
| Quellenangaben: | ||
| Jean-Daniel Blanc (1993) | Die Stadt - ein Verkehrshindernis? | Chronos, Zürich |
| GAM Gewaltfreie Aktion gegen den Milchbuck-Tunnel (1976) | Baustop am Y - noch nicht zu spät! | Eigenverlag, Zürich |
| Peter Hug (1983) | Alle Züge abgefahren? | Tages Anzeiger Magazin 25, 1983. S. 16-23 |
| Christine Kölble (1993) | Eine Strasse wird begradigt, ein Quartier wird zweigeteilt. In: Ursina Jakob / Daniel Kurz (Hrsg.): Lebensräume Wipkingen | Chronos, Zürich. S. 40-53 |
| Hans Marti (1983) | Betrifft: "Wer ist schuld am Ypsilon?" | Tages Anzeiger Magazin 1983. S. 28/29 |
| Rudolf Schilling (1983) | Wer ist schuld am Ypsilon? Und am Milchbuck noch immer kein Ende des Tunnels | Tages Anzeiger Magazin 26, 1983. S. 12-19 |
| Tangentenbrecher Juni 1985 | ||
| Erich Zeller (2001) | Rosengartenstrasse, von der Westtangenten-Eröffnung bis heute | Tiefbauamt der Stadt Zürich |
Unser Dank für diese Publikation geht an
Dr. Richard Wolff,
INURA Zürich Institut www.inura.ch
Quartierverein Wipkingen
für die Bilder aus der historischen Sammlung Ernst Sutter www.wipkingen.ch
Weitere Infos vom Tiefbauamt der Stadt Zürich
Bucheggplatz
Platzgestaltung und neue Fussgängerübergänge zum
Gemeinschaftszentrum
http://www.stadt-zuerich.ch/internet/taz/home/bauprojekte_und_konzepte/buecheggplatz_.html